Before sunrise

Oh! These film reminded me of you. Of our little silent affeir nobody knows about! How  sweet it was. We just had these four days. Four days ever.

Just kissing, talking, drinking, hanging around in Berlin. A place we both visited as tourists.

Sleeping in the same room. But with many others. No place to hide.

No place for Sex.

I will always remember your face when I stepped into the elvevator and saw your face for the very last time after that wonderful breakfast in that beautiful little cafe.

And I´ll never forget us standin at the top of the Berlin Dome when you said: Whenever ´ll think of Berlin, I´ll think of that blonde German girl. That you shyly t took my hand and kissed me while we enoyed that overwhelming view over Berlin dring a very hot summer day.

             Kiss you Doney

 

10.5.08 03:24, kommentieren

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The sound of silence

Alles ist still,

Innere Ruhe ist eingekehrt.

Die Geräusche der Umgebung,

die Lichter der Umwelt,

alle äußeren Einflüsse sind  nicht mehr spürbar.

 

Alle Sinne sind geschärft und fokussiert.

Der Hunger verstummt, der Durst erloschen,

und selbst die Zigaretten sind nur noch Zigaretten.

 Alles ist nun klar und deutlich.

Alle Bedürfnisse gegangen.

Der Kopf rein von Allem.

 Einfach leer. Keine Angst mehr, keine Sehnsüchte, keine Lust.

 

Zum ersten Mal ist Alles im Gleichgewicht.

Ein Zustand, so neu und anders, dass er einem schwindendem Traum gleicht,

indem Alles unscharf, das Wesentliche aber klar wird.

 

Die Karthasis ohne Auslöser, ohne Ziel.

Alle Zigaretten sind geraucht,

alles Weltliche konsumiert.

Keine Übersättigung, kein Hunger.

Die völlige Bedürfnislosigkeit.

 

Alles Äußere läuft wie ein Film ab.

Das Selbst als Zuschauer,

nicht mehr als Protagonist im eigenen Film.

Die Geschehnisse in nächster Nähe weit weg.

Kein Wort ist mehr zu sagen,

keine Träne mehr zu weinen. Alles Menschliche dahin.

 

 

Der Mensch als Beobachter,

nicht länger als Subjekt und Objekt.

Nur noch Betrachter,

kein Teilnehmer mehr.

Zeit und Raum haben keine Bedeutung mehr.

Morgen ist gestern.

Alles vereint sich zum endlosen Jetzt. 

Hier ist überall und überall ist hier.

 

Alles wurde bereits gehört und reduziert sich auf einen universellen Nenner.

Die ständige Wiederholung im neuen Gewand,

durchschaubar und reizlos.

Überhaupt verloren alle Reize ihre einst so magische

Anziehungskraft.

Keine Reizüberflutung,

sondern die Außerkraftsetzung jeglicher Reize.

Diese überwältige Stille.

Things have changed.

 

Und zum ersten Mal  

 

Zufriedenheit.

25.4.08 02:43, kommentieren

Der Fährmann

                                

Ein neuer Mensch bin ich nun. Vielleicht liegt es an mir. Vielleicht liegt es an dir, mein Schatz. Mit Sicherheit aber liegt es an Beidem. Ich bin nicht mehr der, welcher ich einmal war. Nun bin ich, der ich noch nie war, der den ich nie gekannt, der den ich nie erhofft und der, welcher mir sonst von der andren Seite zu winkte. Ich habe ihm nie zurückgewunken. Stets ängstigte er mich, der mysteriöse Unbekannte.. Ich wagte es nicht einmal. Allein der Gedanke… Nun habe ich ihn  mir geschnappt. Oder er mich. Wie auch immer.

Ich war auf dem Weg nach Hause. Draußen war es schon kalt und wieder regnete es. Wieder stand er unter der Brücke. Kaum zu erkennen, umhüllt von der Dunkelheit. Wieder winkend. Doch diesmal war alles anders. Hypnotisiert ging ich über die Straße. Magisch, wie ein Magnet zog er mich zu sich. Ich rannte fast. Er packte mich, seine Arme umklammerten mich stark, dass ich mich gar nicht hätte befreien können. Ich versank in  einem langen Kuss. Unser Speichel floss ineinander und verschmolz zu einem kochenden Sud. Fast vergewaltigt haben wir einander. Warum? Kann ich nicht sagen. Warum nicht traf es eher. Wohin gehen in der Sackgasse, in welcher ich mich zuvor verirrt? Eigentlich keine Sackgasse, sondern eine Straße, in der die Ausgänge entweder zugenagelt oder bereits beschritten und zurückgekehrt. Und immer wieder zurück an dieselbe Stelle.

Wenn du durch diese Straße fährst mein Schatz, und alles gegangen oder nicht gehenswert oder nicht begehbar erscheint, wenn dein Tank bereits auf Reserve und dein Motor zu ruckeln beginnt, dann, so lass dir gesagt sein, mein Schatz, dann wirst auch du von diesem niemals endenden Highway  auf den kleinen unbefahrbaren Pfad abbiegen. Dann wirst auch du aus unserem neuen Golf aussteigen und zu Fuß gehen. Du wirst nicht wissen warum. Aber wenn du diesen Punkt erlangest wüsstest du: Warum nicht? Und wenn du dann an einem Baum hochkletterst wirst du sehen, dass  du die ganze Zeit im Kreis gefahren bist. Und zwar nicht nur die letzte halbe Stunde lang, sondern bereits dein ganzes Leben lang. Vor lauter Schreck fällst du dann vielleicht vom Baum und knallst auf den harten Boden der Realität. Und du dachtest das Leben sei hart?! Dabei bist du noch nicht einmal vom Baum gefallen!

 Ich jedenfalls bin abgebogen auf den Pfad und lies das Auto stehen. Ich erstieg den Baum und hielt inne. Betrachtete die Irrwege der Menschheit. Plötzlich sah ich das Labyrinth von oben und alles simplifizierte sich. Der Weg war nun reduziert auf den Weg. Alle Subjektivitäten waren von hier oben nicht mehr zu erkennen. Das Lob der Einfachheit jedoch ist bitter und schwer verdaulich. So zog mir diese Überdosis Bewusstsein das Blut aus den Adern und alles begann sich zu drehen. Ich klammerte mich an den Baum der Erkenntnis wie ein Ertrinkender an irgendetwas. Ich wollte hier bleiben. Meine neu gewonnene Position im Gefüge der Welt wollte ich nicht wieder aufgeben, doch ich fiel. Und ich fiel hart, auf den Boden der Realität. Irgendwann wachte ich wieder auf. Angst machte sich in mir breit.  Schließlich konnte ich nicht immer auf dem Baum sitzen. Aber mir wurde klar, dass dies auch nicht erforderlich war. Der Einblick in den Lauf der Dinge würde sich für immer in mir fest brennen.

Ich hatte einen neuen Level erreicht. Und wenn man das einmal erreicht hat, kann man nie, aber auch wirklich niemals wieder zurück. Ob man will oder nicht. Irgendwann würde ich erkennen, dass der Berg der Erkenntnis nicht unbedingt der Pfad der Glückseeligkeit war. Ich würde versuchen mit meiner neuen Erkenntnis in mein altes Leben zurückzukehren. Doch schon bald würde ich feststellen, dass zwar alles gleich geblieben trotz dessen aber fremd sein würde. Dieselben Gespräche, dieselben Leute, doch alles kotzte mich an, erschien scheinbar unerträglich. Ein gewisses Gefühl der Überheblichkeit machte sich in mir breit. Nun durfte ich nicht denn Fehler machen mich als den Quell der Erkenntnis zu verstehen, schließlich hatte sich mein lächerliches kleines Dasein nur um eine Stufe erhöht. Später würde ich noch öfters einen Baum oder Berg erklimmen und nicht nur das Labyrinth durchschauen, sondern erkennen,  das es nur eines von vielen war, Teil eines noch größeren Systems, welches wiederum Teil eines noch größeren Systems…

        Doch wo war das Ende? Gibt es das überhaupt? Vielleicht werde ich eines Tages aus der Höhle kriechen und die Sonne sehen. In der Zwischenzeit aber kletterte ich wieder auf den Baum. Ich beobachtete die Menschen. Emsig und dumm wie die Ameisen tummelten sie sich durch das Labyrinth. Ich beobachtete einige genauer.  Sie liefen vor, zurück, wieder und wieder und wieder. Schien sie aber auch nicht weiter zu stören. Ich glaube, sie dachten nicht einmal richtig darüber nach. Viermal links. Ohne zumerken, dass sie nun wieder an derselben Stelle standen. Und wieder von vorne. Einige jedoch blieben zwischenzeitlich stehen. Sie standen an einer Weggabelung und überlegten ob sie links oder rechts gehen sollten. „Geradeaus!“, schrie ich, doch sie schienen mich nicht zu hören. Die Ameisen werden, solange sie nicht versuchen den Lauf der Dinge zu erkennen nicht verstehen, dass sie in einem Labyrinth sind, und sich somit die Chance verbauen einen Ausweg zu finden. Manche werden durch Zufall auf den Ausgang stoßen, aber eher selten. So versuchte ich lange,  die Ameisen aus dem Labyrinth zu führen. Doch sie wollten nicht. Ohne die innere Bereitschaft keine Chance.

Desillusioniert stieg ich wieder vom Baum und hörte auf zu schreien. Sie ändern sich nie und mit ihnen und mit ihnen auch nicht die Welt. Weder morgen, noch gestern, geschweige denn heute. Wir können unsere Position in der Welt ändern, niemals aber den Lauf der Dinge. Jeder Versuch würde scheitern. Und sollte es doch irgendwann irgendwem gelingen, was dann? Das Ende dieser Welt? Der Begin einer neuen Ära? Leider war der Baum nicht hoch genug, um zu erkennen was dann. Wieso aber konnte ich der ewigen Tretmühle kurzzeitig entweichen? Ich hatte zwar schon lange auf etwas gewartet, ohne zu wissen worauf.

Und dann war es da. Ohne zu wissen warum.

Der Unbekannte war es, der mich veranlasste an dieser Straße zu halten. Er wies mir den Weg, der zuvor vernebelt. Er half mir auf dem Baum, indem Moment als ich die Straße überquerte und mich ihm mit ihm vereinigte. Ich verschmolz mit dem Unbekannten und  entledigte mich meiner alten Schutzkleidung. Völlig nackt, nackter als ich es je war, nackter als jedes Aktmodel es je war ging ich über die Straße. Er hatte mich mit seinen Augen ausgezogen. Stück für Stück entzog er mich meiner Hülle. Ich jedoch wehrte mich nicht. Ahnungslos stand ich vor ihm. Nicht wissend was er beabsichtigte. Doch das war auch nicht wichtig.

Zuvor alles in Frage stellend, nicht ohne Grund agierend. Fokussiert auf die Vernunft. Stets emanzipiert, selbstbestimmt und rational, ich ließ etwas geschehen. Kontrolle, Sicherheit und Vernunft, welche zuvor dominant, waren nur noch sinnleere Konstrukte ohne jeglichen Stellenwert. Ich hörte sie rufen. Doch ihre Stimmen wurden immer leiser und wurden von der eintretenden Zuversicht geschluckt. Zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich etwas tun zu müssen. Und das auch noch ohne zu wissen warum. Es war einfach richtig. Einfach so. Kaum zu glauben. Da plant und philosophiert, ergründet und sinniert der Mensch sein ganzes verfluchtes Scheißleben lang und dabei ist alles so einfach. Nachdem wir uns begegneten entledigte sich mein gegenwärtiges Ich meines vergangenen Ichs und die Zukunft hatte begonnen. Frei! Das ist es was ich jetzt war. Frei von allen Konventionen, Ängsten und Sicherheiten. Mein altes Leben war nun vorbei. Für Außenstehende mag sich nichts geändert haben. Mein Alltag blieb nicht unähnlich. Eigentlich hatte er sich nur innerlich geändert.  Ein rudimentäres Gebäude, in dem ich noch immer wohnte. Aber zuhause war ich hier nicht mehr. Eine neue Wohnung hatte ich auch noch nicht. Vielmehr führte ich von nun an das Leben einer Katze, die abends vorbei kam und sich etwas Milch holte. Nur zu Besuch.  Ich war von einem Hund zur Katze mutiert. Vom treuherzigen Sklaven zum wildernden Vagabunden. Vielleicht war ein  Adler die Endstation oder vielleicht gab es gar keine. Zumindest habe ich keine Angst mehr zu klettern, da ich mit allen Vieren auf dem Boden lande. Die damaligen Ereignisse formten mich neu. Allerdings war ich nun leer. Die sinnentleerte Katze schaute den bedeutungsschwangeren Hund noch hinterher. Wehmut keimte auf. Zwar wollte sie kein Hund mehr sein, doch vermisste sie das Völlegefühl. Sie zog los um etwas zu fressen zu finden. Etwas, das sie nährte. Schon bald fing sie eine Maus. In der Absicht sie zu fressen spielte sie mit ihr. Anschließend der Akt des Konsums. Übelkeit. Wer frisst produziert Scheiße und verfettet.

Vielleicht sollte die Katze lieber mit der Maus spielen. Schließlich war sie eine Katze. Von nun an konsumierte ich meine Umwelt nicht mehr. Ich spielte mit ihr. Atmete sie ein. Atmete sie aus. Nicht mehr inhalieren, nur noch paffen. Schließlich wollen wir nicht an Lungenkrebs sterben. Alles einatmen. Alles schmecken. Aber nichts mehr runterschlucken.  Nichts mehr den üblichen Verdauungsweg passieren lassen: Konsum, Zerteilung, Kategorisierung, seinen eigenen Saft hinzufügen, einen Teil für uns behalten, der uns beschwert und unsere Arterien verkleistert den Rest, zur Scheiße deformiert abstoßen. Langsam geistig und körperlich fetter, aber träger werdend, bis wir Sklaven unserer selbst sind. Gefangen in einer Hülle von Konsumabfall während wir nur Scheiße von uns geben. Meine geistige Hülle war nun abgestreift. Die Körperliche war noch da. Umarmt vom etwas Fremden. Nicht mal sein Gesicht kannte ich. Hingegeben hatte ich mich, ohne zu sehen, ohne zu fragen, ohne zu wissen. Keinen Gedanken an dich mein Schatz. All die Jahre vergessen für den Moment. Er sog all das fettige Gift hinaus und hinterließ nur Reste meiner Hülle. Entleert und befreit stand ich vor ihm. Bereit alles zu tun. Jegliche Bindung gelöscht. Auch dein Bild mein Schatz war nur noch ein verblasstes altes Foto auf dem Dachboden meiner Erinnerung. Ein Relikt vergangener Tag. Ein Relikt eines früheren Lebens. Ein Bild ohne Leben. Kein Teil mehr von mir. Nur irgendein Bild. So stand ich vor ihm. Wie einst Vergil den Dante an die Hand nahm, so würde er mir das Universum anders zeigen. Mein ganzes Leben in seinen Händen. Nie hatte ich größeres erlebt. Alles Andere verlor an Bedeutung. Ich war bereit mit ihm von der Brücke zu springen. Doch wer ist er eigentlich? Realer Mensch? Irreales Symbol? Ausgeburt meiner Fantasie, Sohn einer Mutter oder eine Offenbarung Gottes? Ich weiche zurück und betrachte ihn. Mysteriös. Groß. Kräftig gebaut. Ganz in Schwarz. Eingehüllt von der Dunkelheit. So oft hatte er gewinkt, doch immer neigte ich den Blick schamhaft zur Seite. Doch jetzt war alles egal. Ich betrachte seine Beine. Höher wandert mein Blick. Jedes Detail seines männlichen Körpers sauge ich in mich auf. Dann betrachte ich seinen Hals, sein Kinn, seinen Mund,…Meine Erregung steigt sprunghaft an. Ich kann mich kaum noch halten. Jede Faser meines Körpers will ihn. Nicht aber auf eine banale, sexuelle Weise, ausgerichtet auf den körperlichen Akt.  Das hier ist größer als Alles, größer und allumfassender. Größer, als das mein Verstand es je  in Worte fassen könnte. Mein Blick wandert zu seinen Augen. Kaum erkennbar sind sie. Nur ein kleines Funkeln in der Dunkelheit. Die Gesichtszüge des Unbekannten, der mir doch bekannter als jeder andere erscheint, sind kaum zu erkennen. Doch sie erinnern mich an Irgendetwas. An irgendwen. Da tritt er aus dem Schatten der Brücke. Mondlicht überflutet sein Gesicht. Und dann die Erkenntnis: Du bist es. Du warst es die ganze Zeit mein Schatz. Ich habe dich nur nicht erkannt. Du warst es immer. Du bist der Grund. Du bist das Warum nicht, du bist warum ich auf den Baum kletterte, von dem aus ich die Irrwege durchschaute. Du führtest mich aus dem Labyrinth. Jetzt wird mir bewusst wie sehr ich dich liebe. Dein Gesicht lächelt mich an. Mein Gesicht lächelt dich an. Du lächelst zurück. Zuviel. Wieder falle ich. Liege dir zu Füssen. Meine Hülle in sich zusammengesackt. Nur noch ein winziges, unbedeutendes Häufchen, das dir zu Füßen liegt. Dann Dunkelheit.

Ich wache auf aus diesem allzu realem Traum und erwache in einer surrealen Welt deren Antlitz für mich nie wieder dasselbe sein wird.

 Helligkeit. Es ist Morgen. Die Sonne geht auf. Ich drehe ich mich zu dir, mein Schatz, mein mysteriöser Unbekannter, doch du bist nicht mehr da. Und ich weiß, du wirst es nie wieder sein. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nur warum nicht. Grad erst habe ich dich gekannt. Noch einige Stunden liege ich regungslos im Bett und starre auf das Loch, das du auf der Matratze hinterlassen hast. Doch auch Löcher verschwinden irgendwann. Noch einige Stunden und einige Tage liege ich so. Dann wird alles dunkel. Mein Bewusstsein entgleitet mir.

Ich liege wieder auf der kalten, verregneten Straße unter der Brücke. Befreit und ausgesaugt hast du mich. Meine Hülle liegt nackt im Regen. Immer noch Nacht. Es ist immer noch dunkel. Wieder erkenne ich deine große, dunkle Gestalt über mir. Du drehst dich um. Langsam entfernst du dich von mir in großen Schritten. Fast in Zeitlupe. Die Dunkelheit saugt dich auf. Jetzt bist du weg. Ich sehe dich nicht mehr. Ich werde dich nie mehr sehen. Höre dich noch rufen: „Ich bin nur der Fährmann!“

Dunkelheit.

25.4.08 02:38, kommentieren

“All the truth in the world adds up to one big lie” ( Bob Dylan, Things have changed)

Hier im Tal der Wölfe ist alles ganz besonders trostlos.
Keine Hoffnung.  Keine Bildung. Und niemand hat mich lieb!
Auge um Auge. Zahn um Zahn.
Du liebst mich nicht. Also hasse ich dich auch. Hier im Hinterhof der Hölle.
Die gleichen Ausreden und Parolen wie überall. Ich bin nichts, aber ich bin Türke.
Das ist alles was ich habe.
Und gestern hat der Prediger mich wieder gelobt. Das tut die Frau vom Sozialamt nie.

Der Führer der freien Welt hat andere Probleme. Aber er will keinen Streit mit dem
Reich der Mitte wegen der Religion der Erleuchteten.
God´s chosen country collaboriert lieber mit dem neuen Chef vom Nabel der Welt, der auch für alle Probleme der Welt eine einfache Lösung weiß. Der wird sich jetzt mal so richtig durchsetzen. Aber was tun wenns brennt?

The land of the brave hingegen setzt sich für das auserwählte Volk ein, damit es auch eine Chance gegen die Statuten des Heilgen Krieges hat, die uns an die eigentlichen Werte erinnern wollen.
Ach, wenn das der Führer noch mit erlebt hätte! Wenn der nur nicht in Russland einmarschiert wäre.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. History repeats itself und alles bleibt anders. Wozu noch all der Politktalk?

1 Kommentar 8.12.07 03:09, kommentieren

 

               Die Katze und der Hund
 

Traurigerweise kann ich mich an keinen einzigen ersten Kuss mehr erinnern. Weder an meinen Allersten, noch an Deinen.
Wir haben uns damals kurz vor Beginn dieses grausam langen Winters kennen gelernt, der nie zu enden schien. Ich war wieder einmal randvoll betrunken. Ich kam grad aus dem Schwarzen Schaf und tauschte Nummer mit einem Typ aus, dessen Existenz mir nur dadurch geläufig ist, das Katrin mir von ihm erzählt hat. Er ging dann wohl wieder ins Schaf. Was genau ich dann tat weiß ich nicht mehr genau. Genau genommen weiß ich es gar nicht mehr.
Der folgende Teil wurde mir durch dein nicht so stark betäubtes Erinnerungsvermögen ergänzt:
 Ich war scheinbar auf der Suche nach Feuer, oder nach weiteren Kontakten, das jedoch werden wir wohl niemals heraus finden. Jedenfalls kamen wir kurz ins Gespräch, woraufhin du mich bald küsstest und ich den Kuss alsbald erwiderte. Was dann geschah weiß ich bis heute nicht, da deine Rekonstruktion des Abends sehr lückenhaft war.
Später befanden wir uns dann im nahegelegenen Dönerimbiß, zusammen mit Carolin und Katrin. Und da blitzt meine Erinnerung für eine Sekunde wieder auf. Ich habe ein Bild vor meinen Augen, auf dem ich auf einem dieser furchtbaren weißen Plastikstühle sitze. Am Nebentisch weitere lautstarke Menschen, die wie ich dem Alkohol nicht abgeneigt waren. Katrin bot mir ein Stück von ihrem Döner an. Ich jedoch, da ich nicht allzu verfressen wirken wollte, lehnte ab. Nun folgt eine weitere Lücke.
     Irgendwann später sind wir mit dem Taxi zu mir gefahren. Wie du sagst hast du zu diesem Zeitpunkt unglaublicherweise noch gar nicht gemerkt, wie voll ich war! Die Erkenntnis jedoch ließ nicht allzu lang auf sich warten. In meiner Wohnung angekommen setzte ich mich auf mein neues blutrotes Sofa, das ich einige Wochen zuvor voller Stolz und nach ausgiebiger Suche, im Möbelhaus Finke bestellt hatte, und kotze. Ich entleerte meinen alkoholgeschwängerten Mageninhalt auf das dazu gehörige, orientalisch verzierte Dekokissen, auf die Rücklehne, und auf die Sitzfläche.
Noch heute frage ich mich, warum ausgerechnet du nach dieser Nacht bei mir geblieben bist, du der so kontrolliert, kontrollierend, wertend und verurteilend bist. Du, der Mann, welcher nie mehr als drei Bier trinkt, wenn überhaupt. Du, der jeden morgen, und sei es Neujahr oder der erste Weihnachtstag, pünktlich wie ein Uhrwerk aufsteht. Du, derjenige der niemals im Kino Süßigkeiten oder etwas zu trinken kauft, weil so etwas einfach nicht sein  muss. Und schließlich, um der netten Aneinanderreihung von Parallelismen noch eine weitere hinzuzufügen, du der immer nur die Brötchen vom Vortag kauft, weil man die schließlich auch noch einmal aufbacken kann. Der Mann, der sich nie gehen lässt und immer rational handelt. Zumindest bis zu diesem Tag. Das ausgerechnet wir zueinander fanden kommt einer Naturkatastrophe gleich.
“Hey“, sagte die Katze zu Hund:” ich mag dich.”
So saß ich auf meiner neuen roten Couch in meinem kleinem Appartement in der Marientalstraße und übergab mich. Aber noch nicht genug des Guten. Ich stand auf mit der Absicht auf Toilette zu gehen. Dort angekommen muss ich irgendwie gefallen sein.
Jedenfalls deutete der zertrümmerte Abzug der Toilettenspülung, den ich am nächsten Tag vorfand, daraufhin. Hinzu kommt, dass das kleine Badezimmer, ca. 5 qm groß, grad groß genug um sich zwischen Toilette Dusche und Waschbecken zu drehen, unter Wasser stand.
Ich war so zugedröhnt mit meinem heiß geliebten Long Island Ice Tea, der im Schaf in 0,65 Liter Pötten für nur 5 € verabreicht wird, dass ich völlig vergaß, dass sich in meiner Wohnung ein mir fast unbekannter Mann befand. Dieser war in der Zwischenzeit müde geworden und hatte es sich in meinem Bett bequem gemacht. Nun kam ich, völlig entleert, aus dem überflutetem Badezimmer, entschied schlafen zu gehen, zog mich bis auf die Unterhose  aus und legte mich neben den fremden Mann, den ich aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse und des erhöhten Alkoholpegels nicht mehr registrierte, ins Bett und schlief ein. So haben wir in dieser ersten Nacht nicht miteinander geschlafen.  Das bedeutet, dass ich mich immerhin an unseren ersten Sex erinnern kann.
Der fand am nächsten morgen statt. Ich weiß nicht mehr viel davon. Es war auch nicht besonders gut. Eher schlecht. Sehr mechanisch. Es war halt dringend mal wieder Zeit. Rein. Raus. Rein… In sehr kurzen Intervallen. Ich lag auf der linken Seite und du auf der Rechten. Du küsstest mich hektisch, fordernd. Mein Gott was muss ich gestunken haben! Ich trug nur noch meinen Slip. Du griffst nach meinen Brüsten und knetetest sie grob. Wie ein Bäckerlehrling, der schnell noch den Teig fertig machen muss, bevor der Meister zurück kommt. Dann war der Bauch dran. Zack. Einmal alibimäßig mit der Hand von Norden aus drüber fahren um möglichst schnell zum Südpol zu gelangen. Dort angekommen wurde an meiner Hose gezupft und die Expedition zum Mittelpunkt der Frau in Rekordzeit fortgesetzt. Mein rechtes Bein auf deiner Hüfte. Meine Hüfte umkrallt von deinen Händen. Und dann rein, raus, rein, raus mit der Geschwindigkeit und Regelmäßigkeit einer Nähmaschine. Und fertig. Tor!
Sehr romantisch unsere Begegnung, unser erster Sex. Ich fand dich nichtmals sonderlich attraktiv. Für mich war nur interessant, dass du Kunst studierst. Aber deine Persönlichkeit an sich oder dein Auftreten wirkten auf mich nicht besonders anziehend. Wär ich nicht so betrunken gewesen, hätt ich dich wohl kaum mitgenommen und dich mit Sicherheit nicht näher kennen gelernt.
Umso so überraschender dann waren all die Gemeinsamkeiten die wir im Laufe des Tages herausfanden. Wir gingen nach Subway zum Frühstücken. Wir arbeiteten den üblichen Fragenkatalog ab. Welche Bücher liest du? Welche Musik hörst du? Willst du in Münster bleiben? Welche Filme magst du? In fast allem stimmten unsere Vorlieben überein!
Für gewöhnliche Menschen mag das schön sein. Für uns aber, die war allzu spezielle Leidenschaften hatten war dies grad zu spektakulär.
Nie zu zuvor traf ich jemanden, mit dem mich soviel verband. Natürlch kannte ich auch Menschen, die Kafka lasen, oder Jim Jarmusch Filme guckten, Menschen, die Bob Dylan hörten, oder Studenten die sich für zeitgenössische Kunst interessierten. Aber einen Mann, der darüber hinaus auch ins Theater ging und all das in einer Person vereinte. Der eine ähnlich arrogant pessimistische Weltanschauung hatte und sich von all dem Abgründigen fasziniert war. Nein, das kannte ich nicht. Besonders überraschend war seine Frage, ob ich den Film Paris, Texas von Wim Wenders kenne, da ich diesen am Tag zuvor bei Thalia gekauft hatte. Lange Zeit schon wollte ich den Film sehen, und jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass mir dieser einer meiner Liebsten ist. Filminteressierten ist dieser Film mit Sicherheit ein Begriff, aber das war ein sehr großer Zufall. Einer von vielen weiteren im Lauf unserer Zeit, die nun leider abgelaufen zu sein scheint.
 

1 Kommentar 8.12.07 02:37, kommentieren

How does it feel?

How would it feel? To do what you did? To think what you thought?It would feel like nothing, Mr. Jones, caus´ya don´t feel.

Wenn ich nur wüßte wo du bist, so könnte ich dir von all dem Schmerz berichten, denn wir uns gegenseitig zugefügt haben. Denn du warst nicht immer so. Erst durch mich bist du zu dem Monster geworden, das mich so sehr verletzt hat. Eigentlich habe ich mir das Messer selbst in die Brust gerammt. Doch Erkenntnis heilt keine Wunden.

Aber ein Wort von dir könnte die Last meiner Schuld verringern, da du nun schon wieder gegangen ohne eine Spur im Schnee zu hinter lassen, die mich auf deine Fährte führen könnte. Von jetzt auf gleich tauchtet du wieder ein meine kleine Welt, deren einziger Besucher du warst. Genauso schnell warst du auch wieder weg. Ohne Abschied. Ohne irgentetwas. Nur ein stiller Abschiedskuss, von dem ich nicht wußte, dass es einer war.

Nun sitz ich wieder allein am Fenster und betrachte den Lauf der Welt aus Distanz, versinke in meinen Gedanken, die du als einziger verstehen konntest. Schon vor mir hast du sie gedacht, doch das erkannte ich erst als du schon längst gegangen.

Du hattest Recht mit Allem, wenn ich dir auch immer wiedersprochen habe. Brauchte ich doch länger dir zu folgen.

Wenn ich nur wüßte, wo du bist könnte ich dir all das erzählen. Von meiner Schuld, meiner Erkenntnis und von uns. Von der Idee "wir", die Nacht für Nacht durch meine Träume schwebt, und die einst auch deine war.

Meine Schuld, All das, was ich dir angetan lastet so schwer auf meinen Schultern, das ich nicht mehr aufrecht zu stehen vermag. Wenn du mich doch nur davon befreitest und mir verzeihtest.

Auch du hast dich d´raufhin schwer an mir versündigt. So sehr das mein Herz für alle Zeiten in tausend Teile gebrochen. So nimm die Schuld von mir und geh oder bleib. Sonst ward mein Herz nicht mehr frei.

Und ich werde nie wieder wissen wie es sich anfühlt ganz zu sein.

 

 

 

 

22.8.07 01:39, kommentieren

Das Ende von Zweien

                           Der Feuerball

Glühend blickt der Feuerball auf mich. Und immer noch vermisse ich dich. Irgendwo unterwegs habe ich dich verloren. Damals habe ich es nicht gemerkt. Erst jetzt, da ich hier am Ende der Welt stehe merke ich es. Eigentlich wollten wir hier zusammen hin fahren. Doch du bist unterwegs ausgestiegen. Jetzt stehe ich hier allein, die Welt zu Füssen, doch all das bedeutet nichts mehr. Was bedeutet die Welt, wenn man sie alleine sieht?

Ich war nur noch ihr Anhängsel. Sie nur noch mit sich selbst beschäftigt. Ständig auf der Suche nach etwas. Doch wonach eigentlich? Vielleicht hat sie es mittlerweile herausgefunden. Ich weiß es nicht. Ich war es jedenfalls nicht. Das ständige Auf und Ab war nicht mehr zu ertragen. Immer musste ich sie auffangen. Und dann flog sie wieder davon bis zum nächsten Absturz. Dann lag sie wieder in meinen Armen, die ihr dazu bestimmt zu sein schienen, sie halten. Damals war das anders. Als ich sie kennen lernte gehörte sie mir. Es gab ein wir. Doch mit der Zeit wurde sie der dominantere Teil vom wir. Sie bestimmte wann sie kam und wann sie ging. Lange habe ich versucht sie zu erreichen. Doch die Mauer, die sie um sich baute wurde immer größer. Und ich wurde immer kleiner. Irgendwann kam ich nicht mehr zu ihr durch. Ich frage mich heute noch was geschehen ist, das aus diesem scheinbar lebensfrohen Wesen ein derart verängstigtes Wrack geworden ist? Klar habe ich Fehler gemacht. Ich war nicht immer nett zu ihr. Ich habe ihr nie gesagt dass ich sie liebe und dass sie mir etwas bedeutet. Aber das sollte sie doch gemerkt haben. Schließlich war ich meistens für sie da und habe mir Zeit genommen, die ich eigentlich nicht hatte. Bedeutet das eigentlich gar nichts?

Ich habe nicht gemerkt, wie sehr ich ihn verletzt habe mit meinem Verhalten. Ich war nur in dem Glauben, dass er das Ganze gar nicht Ernst genommen hat. Und da bekam ich Angst. Schließlich wollte ich nicht schon wieder verlassen werden. Mein Herz ist schon zu oft zerbrochen. Irgendwann kann man es nicht mehr zusammen flicken, weil jedes Mal ein Teil verloren geht. Doch wie oft kann ein Herz brechen? Kann es jemals wieder eins werden? Als ich ihn kennen lernte war es noch nicht wieder eins. Es war nur notdürftig zusammen geklebt. Aber ich hoffte wieder.  Zwar konnte ich mich noch nicht wieder fallen lassen, aber mit der Zeit, so glaubte ich, würde ich ihm vertrauen können. Niemals wieder jedoch wollte ich wieder der Teil einer Beziehung sein, der dem anderen Teil hinterher läuft. Denn in Beziehungen liebt der eine den anderen immer mehr. Einer ist immer derjenige, der auf das Klingeln des Telefons wartet. Der Teil war ich vorher. Ich hatte mich völlig aufgegeben und das endete damit, dass ich verlassen wurde. Seit damals hatte sich einiges geändert. Ich war nicht mehr der dicke Trauerkloss, der hofft, das sich jemand Samstagabend für ich  Zeit nimmt. Ich habe abgenommen, mich schick eingekleidet und ein neues Leben begonnen. Niemals wieder würde ich derjenige sein, der wartet. So ließ ich ihn warten. Ein Mann sollte nicht wieder Mittelpunkt meines Lebens sein. So dass ich im Fall einer Trennung nicht meine Mitte verlieren würde. Zu Beginn unserer Beziehung war er derjenige, der mir hinterher lief. Oft habe ich ihm abgesagt. Oft war es mir wichtiger feiern zu gehen. Oft war ich gemein zu ihm. Ich wollte ich nicht einmal mitnehmen. Schließlich wollte ich unabhängig bleiben. Das ganze war wie ein Spiel. Ich redete mir ein alles unter Kontrolle zu haben. Nie wieder würde ich der andere Teil sein, der leidet. Doch ich bemerkte nicht, was ich damit angerichtet habe. Irgendwann hörte er auf mich ständig anzurufen. Seltener lächelte er mich an. Und wenn wir zusammen einen Film guckten saß er immer öfters auf seinem Stuhl anstatt sich zu mir zu setzen.

Auf den ersten Blick schien sie der netteste Mensch der Welt zu sein. Ihr kindliches Gesicht lächelte die Welt an. Jeder mochte sie, und wo sie hin kam ging die Sonne auf. Ich liebte ihr Lächeln. Doch in Wirklichkeit lächelte sie nicht die Menschen um sich herum an, sondern sich selbst. Ihre Umwelt war ein Spiegel, indem sie sich selbst bewunderte. Fishing for compliments würde es auf neudeutsch am besten treffen. Sie liebt es geliebt zu werden. Aber sie selbst liebt nicht. Sie sieht in ihrem Gegenüber nicht den Menschen, sondern dessen Blick auf sie. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste, Klügste und Beliebteste im ganzen Land? Alles war nur Fassade. Wenn sie mich anlächelte, lächelte sie nur sich selbst an. Immer und überall musste sie sich profilieren. Und diese Besserwisserei! Alles wusste sie! Allerdings ohne irgendetwas wirklich zu wissen. Dieser permanente Dilettantismus machte mich wahnsinnig. Anfangs war das irgendwie noch niedlich, aber mit der Zeit sank mein Interesse an ihrer Meinung. Bis ich gar nicht mehr zuhörte. Irgendwie hatte ich resigniert. Ein Zustand von Apathie ließ unsere Beziehung dahin vegetieren.

Obwohl ich das nicht wollte begann ich mir Gedanken zu machen. Nachts lag ich auf einmal wach im Bett und vermisste ihn. Meine Gedanken kreisten mehr und mehr um ihn. Ich lag nachts im Bett als mir schlagartig bewusst war, dass ich ihn liebe. Das Stadium des Verliebtseins hatte ich übersprungen. Und mit der Liebe kam auch die Sehnsucht und die Angst. Plötzlich hatte ich Angst ich zu verlieren. Ich stand völlig unter Schock. Und da war wieder dieses ungute Gefühl. Mein Magen wurde flau und meine Kehle schnürte sich zu. Dabei wollte ich genau das vermeiden. Ich wollte emotional unabhängig sein. Das ging jedoch nur solange er das Spiel mitspielte. Doch er hatte die Regeln geändert und die Führung übernommen. Die Angst nahm mich nun völlig ein. Panik machte sich in mir breit. Die ganze Nacht lag ich wach. Zwischen meinen Träumen konnte ich kaum atmen. In meinen Träumen konnte ich es gar nicht weil ich erstickte. Einmal durch Ertrinken. Einmal durch Erwürgen.

Irgendwie hat sie sich dann geändert. Sie rief oft an und verwickelte mich in merkwürdige Gespräche. Warum ich keine Zeit hätte. Was sie mir eigentlich bedeute… Das alles begann mich zu nerven. Ich musste einsehen, dass wir zu unterschiedlich waren. Abends lag ich bei ihr im Bett. Um mir ihren nervtötenden Vortrag über irgendwelche Filmtheorien nicht zu Ende anhören zu müssen täuschte ich Müdigkeit vor. Allein die Art, wie sie da saß. Ihr überheblicher Gesichtsausdruck und der Müll, der aus ihrem Mund quoll machte mich wahnsinnig. Doch was sollte ich tun? Mit ihr zu schlafen war ja noch ganz nett. Weil ich angeblich müde war legten wir uns ins Bett. Doch ihre körperliche Nähe war äußerst unangenehm. Ich konnte sie nicht mehr anfassen. Ihr Atem raubte mir die Luft. Und da war wieder dieses ungute Gefühl. Mein Magen wurde flau und meine Kehle schnürte sich zu. Ich hatte das Gefühl zu ersticken. Ich drehte mich hin und her bis es plötzlich aus mir raus platze: „Ich kann nicht mehr. Ich glaube wir sollten dass an dieser Stelle beenden.“ Stille.

Jetzt legte er sich gar nicht mehr zu mir. Nach dem Sex stand er sofort auf und das Telefon klingelte gar nicht mehr. Einige Tage später war er bei mir. Wir gingen früh ins Bett weil er müde war. Ich konnte noch nicht schlafen. Er drehte sich ständig hin und her. „Ich kann nicht mehr. Ich glaube wir sollten dass an dieser Stelle beenden.“ Bewegungslos lag ich da. All meine Befürchtungen hatten sich erfüllt. Er könne nicht mehr mit mir zusammen sein. Er könne mir nicht vertrauen, ich sei egoistisch, ich habe ihn zu oft verletzt. Einige Sätze später begann ich zu weinen. Ich konnte ihn nicht sehen, da es dunkel war. Er nahm mich in den Arm. Wir redeten noch lange weiter. Ich lag noch in seinem Arm als er mich küsste. Wir schliefen noch einmal miteinander. Dann schliefen wir ein.

Als ich morgens aufwachte stand ich auf. Ich war völlig verwirrt. Ich war überrascht von meinem Entschluss sie zu verlassen. Zwar hatte ich sie schon länger aufgegeben, aber so konkret Schluss machen wollte ich auch noch nicht. Unerwarteter als mein spontaner Entschluss war ihre Reaktion. Dass sie das so sehr mitnehmen würde hätte ich nicht gedacht. Sie begann wieder zu diskutieren und zu weinen. Sie versuchte mich festzuhalten und mich umzustimmen. Ich musste raus.

„Ich geb dir noch eine Chance.“ Kam per SMS. Vor lauter Freude weinte ich. Jetzt werde ich alles anders machen. In den nächsten Monaten gab ich mir große Mühe. Erst schien alles wieder in Ordnung zu sein. Doch schon sehr bald war er wieder abweisend. Ich konnte tun was ich wollte, sein Herz war nicht mehr zu erweichen. Ich wusste, dass es zu spät war. Das Leuchten in seinen Augen war für immer verstummt. Keine  Nähe mehr. Nichts Nettes mehr. Diese Gewissheit machte mich krank. Ich wollte ihn wieder haben. Doch er war schon so weit von mir entfernt. Es tut mir alles so leid. Wenn ich das nur rückgängig machen könnte. Kann man nicht einfach noch einmal von vorn anfangen? Kann man seine Fehler denn nie wieder gut machen? Nein das kann man nicht. Fehler werden niemals wirklich vergeben. Schon recht nicht vergessen werden. Doch was soll ich tun?                                  Die letzte Zeit war ich körperlich angeschlagen. Ich war mit meiner Gesamtsituation unzufrieden. Und ich brauchte jemanden so sehr. Doch er war nicht da. Ich übte mich in Geduld, doch meine Angst stieg. Die Unzufriedenheit über meine körperliche Verfassung weitete sich aus. Mit Allem war ich unzufrieden. Mein Beruf war der Falsche. Alles was mir einst wichtig war mir nun zuwider. Diese Krise dauerte etwa drei Monate. Dann ging es mir körperlich besser. Ich fasste neuen Mut und alles schien wieder richtig zu sein. Dann fragte er mich ob wir nicht zusammen in den Urlaub fahren wollen. Nun schien alles wieder in Ordnung. Mir wurde bewusst, dass ich in den letzten Wochen kein angenehmer Umgang war. Doch jetzt würde es wieder bergauf gehen. Das wollte ich ihm unbedingt mitteilen. Ich wollte mich für mein Verhalten in den letzen Wochen entschuldigen und mich für seine Geduld bedanken. Außerdem hatte ich ihm etwas zum Geburtstag gekauft. Ich freute mich so sehr auf den Urlaub und wollte unbedingt mit ihm sprechen. Doch er ging nicht mehr ans Telefon. Als ich dann endlich erreichte war er sehr unfreundlich. Jeder ist mal schlecht gelaunt dachte ich mir. Doch die nächsten Male war es nicht anders. Zwei Wochen lang kam nichts. Vielleicht braucht er einfach Zeit redete ich mir ein. Insgeheim ahnte ich aber, dass es vorbei war. Ich wollte nur kurz mit ihm reden um ihm zu sagen, dass es mir wieder besser geht und dass ich von nun an wieder anders sein werde. Aber er wollte nicht mit mir reden. Doch ich bestand darauf. So kam er widerwillig vorbei und machte Schluss.

Und ich vermisse ich ihn so sehr. Die Art wie er lacht. Die Art wie er mich angeguckt hat. Ich kann einfach nicht mehr. Ich will ich zurück, doch ich habe endgültig alles zerstört.  Immer mache ich alles kaputt. Jetzt stehe ich hier am Ende des Weges. Der Abgrund liegt vor mir. Ich weiß nicht ob ich springen soll. Ich drehe mich um und schaue zurück. Doch der Ausblick ist zu schmerzlich. Zurück kann ich nicht. Etwas hat sich verändert. Ohne dass ich es wollte. Und ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich kann nie mehr dorthin wo ich einmal war. Ich habe mich verändert und das macht mir Angst. Dass ich jemals noch einmal lieben kann glaube ich nicht. Mein Herz liegt hinter mir. Es ist unterwegs in tausend Teile zersplittert und kann nicht mehr zusammengesetzt werden. Zu oft ist es gebrochen. Und nie wieder werde ich der Mensch sein, der ich einmal war. Und ich schaue auf den Feuerball über mir. Und er lacht mich aus.

 

 

 

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